Testwoche im neuen Café franzundjulius

Café und Restauration am Kriemhildplatz im 15. Bezirk! Wenn Sie mehr erfahren oder das Café unterstützen wollen: post@franzundjulius.at

www.franzundjulius.at

Geschichte

Es ist nicht zu übersehen: Das franzundjulius befindet sich in einem Haus aus der Jahrhundertwende. Gegenüber sein Zwilling. Die zwei identen Gebäude am Kriemhildplatz wurden vom Architekten Max Hegele, der seine künstlerische Hochblüte noch vor dem 1. Weltkrieg erlebt hat, erbaut.

Neuer Charme, alte Substanz

Ulla Harms ist es wichtig, den besonderen Charme der Architektur zu wahren und auch zu würdigen. Deshalb bricht sie nicht mit modernem Ramsch und Schnickschack in die Substanz. Schon allein deshalb, weil sie bei der Übergabe des Lokals eben nicht nur das Lokal selbst erhalten hat. Gegenstände mit Geschichte kamen zum Vorschein, die sie auch für die Gäste zugänglich machen will. Neben dem alten Boden, schwarz-weißen Fliesen, alten Schildern und einer antiken Klingel hat sie z. B. Elemente der originalen, gemalten Bordüre freigelegt. 

Eine Drogerie, geführt von zwei Brüdern

Bei all der Nostalgie ist es Ulla Harms aber auch immer schon ein Anliegen gewesen, die Geschichte hinter den Dingen zu erfahren. So hat sie die Entstehung der Zwillingshäuser am Kriemhildplatz recherchiert und herausgefunden, dass sie von den Brüdern Franz und Julius Huber bei Max Hegele in Auftrag gegeben wurden. 

In dem Haus, in dem sich auch die Buchhandlung „Buchkontor“ befindet, befand sich damals die Drogerie der beiden Brüder. Bei der Übernahme des Lokals stießen Ulla und ihre MitarbeiterInnen auf zahlreiche Überbleibsel aus den 1920ern. 

Franz und Julius und ihr Glück mit der Krone

Wie kann man mit einer Drogerie soviel Geld verdienen, um fünf Zinshäuser (drei weitere befinden sich im 14. und 16. Bezirk) zu bauen? Nun gut, sie haben österreichweit verkauft und eigene Mittelchen produziert, wie etwa Kriemhilds Badesalz oder aber auch Kriemhilds Fußschweißpulver usw. Aber das allein reichte nicht aus, es musste erst die Währungsumstellung 1924/25 kommen. Denn während viele Menschen ihr Geld verloren haben – 10.000 Kronen wurden zu einem (!) Schilling – haben andere ihre Schulden verloren. So auch Franz und Julius. Es ging ihnen gut, sie hatten ja die Zinshäuser. Und diese besaßen sie stets zu gleichen Teilen. Übrigens: Julius ist der Urgroßvater des jetzigen Hausbesitzers. So schließen sich Kreise …

franzundjulius